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Sofortversorgung mit verschweißtem Metallgerüst

eine Variante des All-on-4/6-Konzeptes unter Verwendung des modifizierten WeldOne-Verfahrens

  • 01.03.2026
  • Fallbericht
  • Online-Artikel

Abstrakt

Einleitung und Ziel
Sofortbelastungskonzepte wie All-on-4/6 ermöglichen eine funktionelle und ästhetische Rehabilitation zahnloser Kiefer innerhalb kürzester Zeit. Das WeldOne-System nach Degidi erlaubt durch intraorale Schweißung von Titanverbindungen eine sofortige rigide Verblockung der Implantate, erfordert jedoch hohe technische Präzision. Ziel dieser Arbeit ist die Vorstellung einer modifizierten All-on-4/6-Technik, bei der kurze Titansegmente intraoral segmentweise verschweißt werden, um eine spannungsfreie, sofort belastbare Metallstruktur mit vereinfachter Handhabung zu schaffen.

Material und Methoden
Eine 63-jährige Patientin mit zahnlosem Unterkiefer wurde nach vollnavigierter digitaler Planung mit 4 Implantaten versorgt. Diese wurden durch kurze, intraoral verschweißte Titansegmente nach dem modifizierten WeldOne-Prinzip verbunden. Das entstandene Metallgerüst wurde laborseitig verstärkt und diente als Basis für den am Operationstag eingegliederten Zahnersatz.

Ergebnisse
Das Verfahren zeigte sich klinisch effizient, reproduzierbar und technisch deutlich vereinfacht. Die segmentweise Verschweißung ermöglichte eine präzise, spannungsfreie Verbindung. Der metallverstärkte Zahnersatz gewährleistete eine sofortige funktionelle Belastbarkeit und zeigte eine höhere mechanische Stabilität als herkömmliche Kunststoffprovisorien.

Schlussfolgerung
Das modifizierte All-on-4/6-Konzept mit segmentaler intraoraler Schweißtechnik vereint hohe mechanische Stabilität, klinische Effizienz und Kostenvorteile. Es stellt eine praxistaugliche, sofort belastbare Alternative zu konventionellen Verfahren dar und könnte einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung der implantatprothetischen Sofortversorgung leisten.

Schlüsselwörter
Intraorale Schweißtechnik, Titangerüst, implantatgetragener Zahnersatz, zahnloser Kiefer, orale Rehabilitation 

Die Versorgung zahnloser Kiefer mit festsitzendem implantatgetragenem Zahnersatz stellt einen wesentlichen Bestandteil der modernen oralen Rehabilitation dar. Dabei haben sich in den vergangenen 2 Jahrzehnten insbesondere Sofortbelastungskonzepte etabliert, die eine funktionelle und ästhetische Wiederherstellung innerhalb kürzester Zeit ermöglichen. Das von Malo erstmals beschriebene All-on-4-Konzept nutzt hierbei 4 strategisch platzierte Implantate, um eine vollständige festsitzende Brücke zu tragen und die Notwendigkeit augmentativer Eingriffe zu reduzieren. Durch die distale Angulation der hinteren Implantate kann eine optimale Ausnutzung des vorhandenen Knochenangebots erzielt und eine sofortige prothetische Versorgung ermöglicht werden [1, 2]. Später entwickelte Varianten wie das All-on-6-Konzept erweitern das Prinzip um 2 zusätzliche Implantate, um eine noch höhere Primärstabilität und biomechanische Sicherheit zu gewährleisten. Diese Variante hat sich inzwischen im Oberkiefer etabliert.

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Bildnachweise
Sofortversorgung mit verschweißtem Metallgerüst - Abbildung 13/© Johannes Petschelt