Aktuelle Berichterstattung vor, während und nach den Kongresstagen.
Wir sind für Sie vor Ort in Dresden und berichten über Wissenswertes rund um die Kongressthemen. Lesen Sie hier alle Beiträge und Videos und bleiben Sie up-to-date, wenn es darum geht nicht nur die Risiken von implantologischen Therapien in den Mittelpunkt zu stellen, sondern auch, aus den Komplikationen und Misserfolgen erfahrener Kolleginnen und Kollegen zu lernen.
Die Transformation des Misserfolgs zum Lerngeschenk!
Egal ob chirurgischer Eingriff oder prothetische Versorgung – in der Implantologie birgt jede therapeutische Maßnahme Risiken. Komplikationen und Misserfolge sind darum nie auszuschließen. PD Dr. Eik Schiegnitz und Prof. Dr. Stefan Wolfart laden als Präsidenten des 38. DGI-Kongresses 2024 ein, Strategien zur Fehlervermeidung und Lösungsansätze bei Misserfolgen mit nach Hause zu nehmen.
Lösungen bei Zahnverlust in der ästhetischen Zone stellen immer „komplexe“, anspruchsvolle Fälle dar. Sowohl durch eine Sofortimplantation mit Sofortversorgung als auch durch eine Frühimplantation mit klassischer Einheilphase sind jedoch gute Ergebnisse zu erzielen, wobei die Vor- und Nachteile der jeweiligen Methode dem Patienten darzulegen sind und in die individuelle Entscheidungsfindung einfließen sollten.
In der Literatur finden sich nicht wenige Fallberichte zur lingualen Perforation bei der Implantatbettaufbereitung, insbesondere sind frühe postoperative Blutungen als Risiko beschrieben. Diese können lebensbedrohliche Ausmaße annehmen. Es sollte deshalb immer eine unmittelbare postoperative Überwachung erfolgen, die sich jedoch über einen längeren Zeitraum erstrecken sollte. Um das Infektionsrisiko bei Einblutung zu minimieren, kann eine postoperative antibiotische Abschirmung sinnvoll sein.
Gerade knöcherne Augmentationen bieten oft Herausforderungen mit recht hoher Komplikationsdichte. Leider wird – wie immer – zu selten über diese geredet, da wir genau hier auch voneinander lernen können.
So wurde unlängst gezeigt, wie flach die Lernkurve ist und dass erst nach ca. 200 vertikalen Augmentationen der Stand des Know-how erreicht ist. Daher heute ein Fallbericht zum Thema Augmentation.
Misserfolge sind leider auch Teil der Behandlungsrealität. Leider wird nur selten über Misserfolge berichtet. Auf den Kongressen sieht man fast nur Hochglanzbilder von erfolgreichen, perfekten Fällen. Am Ende lernen wir allerdings nur dann, wenn wir auch die Grenzen einer Methode einschätzen können. Im ersten Fall dieser Reihe berichtet Prof. Dr. Dr. Al-Nawas über einen 82-jährigen Patienten, der vom Hauszahnarzt zur Versorgung der Lücke 17 überwiesen wurde. Der Patient war im positiven Sinne rüstig und aktiv. Das Orthopantomogramm (OPG) zeigte keinerlei Auffälligkeiten.